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Amöbiasis (Amöbenruhr)

Amöbenruhr wird durch Entamoeba histolytica, einen einzelligen Darmparasiten (Protozoon) verursacht und wie die meisten Erreger von Durchfallerkrankungen durch ungewaschene Früchte, Gemüse und andere Nahrungsmittel übertragen. Der Einzeller lebt im Dickdarm vieler Menschen der Tropen, ohne Beschwerden zu verursachen. Gelegentlich dringen Amöben jedoch in die Darmwand ein und verursachen schmerzhafte, blutige (himbeer-geleeartige) Durchfälle, die Amöbenruhr. Abgeschlagenheit, Völlegefühl, Blähungen sind die ersten Warnsignale. Fieber haben Erkrankte in der Regel nicht. Die Beschwerden können für Monate anhalten. Vorsicht: Auch ohne die dringend erforderliche Behandlung bessert sich der Zustand zwischendurch immer wieder, was dann nicht heißt, dass die Krankheit überstanden ist. In seltenen Fällen führt Amöbenruhr zu Bauchfellentzündung und anderen bedrohlichen Komplikationen.
Die Infektion des Magen-Darm-Traktes durch Amöben kann leicht durch eine mikroskopische Untersuchung des Stuhles festgestellt werden, auch wenn keine Beschwerden bestehen. Behandelt wird je nach Schweregrad der Erkrankung mit Metronidazol und/oder Diloxanidfuroat. Nach zehn Tagen sollte sicherheitshalber nochmals eine zweite Kur durchgeführt werden.
Je früher man - in Absprache mit dem Arzt - eine medikamentöse Behandlung gegen Amöben beginnt, desto unwahrscheinlicher ist das Risiko langfristiger Beschwerden oder einer Verbreitung von Amöben im Körper. Dringen Amöben in das Blutsystem ein, können sie in die Leber und - ganz selten - auch in andere Organe transportiert werden. Dann entstehen lebensgefährliche Amöbenabszesse. Die Symptome sind Schmerzen und hohes Fieber ohne Durchfallbeschwerden.

Die Aufnahme der Erreger Entaboeba histolytica, erfolgt durch zystenkontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, vor allem pflanzlicher Art. Eine wichtige Rolle als mechanische Vektoren spielen Fliegen und Kakerlaken. Die Amöbeninfektion ruft nicht nur enteritische Beschwerden hervor, sondern kann auch zu der schweren Komplikation Amöbenleberabszess führen, der erst längere Zeit, noch nach Monaten nach der akuten Durchfallperiode auftreten kann. Rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, erfolgt eine Ausheilung. Anderenfalls kann es zu tödlichem Ausgang kommen. Typisch für den Amöbenleberabszess sind hohes Fieber und Schmerzen im Oberbauch. Therapeutisch werden vor allem Metronidazol evtl. in Kombination mit Jodoquinol, Antibiotika u.a. eingesetzt.

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Giardiasis (Lambliasis) Protozoen-Erkrankungen